Daniel Freitag

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Bei Daniel Freitag, aus Berlin kann man gut und gerne von einem noch schlummernden Talent sprechen. Der aus der ostwestphälischen Provinz stammende Singer/Songwriter, hat am 13.10.2017 in Eigenregie sein Debutalbum Still veröffentlich und ist ein kleiner Geheimtipp unter den Musikschaffenden. Dass von dem Theatermusiker kein 0815 Pop-Album zu erwarten war, steht außer Frage, und wer singt wie Radioheads Thom Yorke und solch ein Gespür für Melodien hat muss sich auf keinen Fall verstecken.

Das Rüstzeug zum Musiker und Produzenten hat sich Daniel Freitag selbst angeeignet. Noch in der Schulzeit richtete er sich im heimischen Keller ein erstes Studio ein, erlernte jedes Instrument, das ihm in die Finger kam und begann so seinen eigenen Sound zu finden. Nach dem Studium der Musikwissenschaft fand Freitag durch Zufall ans Theater. Genauer an die Berliner Schaubühne, wo er sich für die Musik  von diversen Produktionen der Regisseure Thomas Ostermeier und Ivo van Hovever antwortlich zeichnete und mit ihnen die Theaterbühnen dieser Welt bereiste. Er sang mit Sandra Hüller in München, probte mit Juliette Binoche in London und musste sich überlegen, wie man eine Szene musikalisch gestaltet, in der sich Schauspielerstar Lars Eidinger Würstchen in den Allerwertesten schiebt. Er arbeitete am neuen Album von Johanna Borchert (Jazz-Echo 2015) mit und kreiert Musik für Film-Regisseure wie Vincent Dieutre („Jaurès“) und Kirill Serebrennikov („Der Student“).

Mit seinem Album „Still“ begibt sich Freitag nun erstmals als Solo-Künstler ins Rampenlicht. Heraus aus den abgedunkelten Rängen der Theater-Hochkultur und hin zu den Musikbühnen, zurück zu sich selbst. Das musikalische Vokabular seiner bisherigen Experimentierfelder ist ihm dabei nicht abhandengekommen. So möchte man die Musik von Daniel Freitag leichtfertig als Art-Pop beschreiben und läge damit doch ganz falsch. Denn wann immer man hier die Songwriter-DNA von Bowie oder den Beach Boys zu hören denkt, schlägt der Freitagsche Überraschungsmoment schon einen neuen Haken. Mal durch ein jazziges Gitarren-Solo („Low“), dann durch einen unerwartet verkuschelten Pop-Chorus („Don’t“), und an wieder anderer Stelle durch soulige Bläser-Sätze („Take On“). Im Zentrum steht dabei jedoch immer Daniel Freitags Stimme. Sie berichtet von den Dingen, denen wir nicht entfliehen können: Angst, Isolation, Liebe und vor allem uns selbst.

Kontakt: hanna (at) kumpelsandfriends (dot) com

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